Mit dem dritten Workshop Mitte September endete unsere Lernreise zur Großen Transformation. Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben wir in der achtmonatigen Reise gesammelt? Was haben wir über transformativen Wandel in der Zivilgesellschaft gelernt und wo stehen wir als Aktivist_innen für die Große Transformation? In den drei gemeinsamen Tagen an der Havel haben wir uns intensiv mit diesen Fragen beschäftigt.

ws3 1Eines ist dabei eindeutig klar geworden: Wandel in zivilgesellschaftliche Organisation zu bringen geht nur langsam und schrittweise voran und erfordert einen langen Atem. Aber das ist noch lange nicht alles. Change Agent zu sein bedeutet sich selbst, die eigene Arbeitsweise und bisherige Überzeugungen in Frage zu stellen. Andere zu begeistern, zu inspirieren und mitzunehmen. Es heißt Impulsgeberin, Ansprechpartnerin, Teiberin, Vernetzerin und Querulantin zugleich zu sein. Eine, die sich auch mal traut, unbequeme Dinge auszusprechen. Das alles ist anstrengend und ermüdend. Deswegen lautet eine wichtige Erkenntnis aus dem Workshop: Change Agents brauchen Verbündete, quasi ein Change Team! Und tatsächlich finden sich – oft an unerwarteten Stellen – früher oder später ein paar offene Ohren, gleichgesinnte Köpfe und mitfühlende Herzen innerhalb der Organisation.

Trotzdem ist der Weg des Change Agents von Hindernissen jeglicher Art geprägt. Ressourcen- und Zeitmangel machen es schwer, aus dem Tagesgeschäft auszubrechen und sich mit den wichtigen grundlegenden Fragen zu beschäftigen. Sachzwänge verhindern es, systemische Ansätze zu verwirklichen. Aber auch innerlich regt sich Widerstand dabei, alte Gewohnheiten und Denkweisen abzuschütteln, die Komfortzone zu verlassen und sich der Komplexität der Transformation hinzugeben. Frustrierend ist vor allem, dass es neben den vielen Schwierigkeiten nur wenige sichtbare Erfolgserlebnisse gibt bei dem Versuch, transformative Praxis in der Organisation zu etablieren.

ws3 3Welch eine Verführung also, wieder in alte Muster zu fallen und einfach so weiter zu machen wie bisher. Was gibt dem Change Agent die Kraft und Motivation den schwierigen, aber einzig richtigen Weg zu gehen? Ein Ergebnis des Workshops: Sich durch die kontinuierliche Reflexion des eigenen Wirkens nicht lähmen zu lassen, sondern in kleinen, aber transformierenden Schritten voranzugehen – und dabei bisher Erreichtes regelmäßig zu feiern.

Einige Teilnehmer_innen haben während der Lernreise den Raum, sich mit der persönlichen Dimension und Belastung des transformativen Aktivismus auseinanderzusetzen, sehr geschätzt. Andere wiederum wollten „weniger Nabelschau betreiben“ und lieber konkrete strategische Fragen und Aktionen diskutieren. Dies scheint ein häufiger entgegengesetzter Trend in der Transformationsszene zu sein, der auch innerhalb unseres Teams zu beobachten ist. Eine Frage, die wir aus dem „Realexperiment Lernreise für die Große Transformation“ daher mitnehmen ist, wie wir das „transformative Tun“ und das „transformative Sein“ zusammenbringen können, ohne die beiden gegeneinander auszuspielen.

Mehr Ergebnisse zu den Realexperimenten und der Lernreise erfahrt ihr bei unserer Abschlusstagung am 5. November in der Werkstatt der Kulturen in Berlin. 

mit Elena Blackmore (Public Interest Research Institute, Wales)

 

Values & frames for a more systemic civil society

Why do values matter, how are they influenced, and how can we use this understanding to create sustainable and systemic change? We’ll explore all this in a short and participatory webinar with Elena Blackmore from the Public Interest Research Centre.

The webinar will offer theoretical insights with practical applications into the importance of the values that underpin concern about social and environmental issues. We’ll explore how this understanding provides a lens through which we can better understand how to create change. And we’ll consider how the frames we use impact the type of change we see.

Elena is a researcher, writer and facilitator. She was lead author of Common Cause for Nature, investigating the framing of conservation in the UK with thirteen NGOs, and Valuing Equality, a report on values and equality in Europe. She also co-authored the Common Cause Handbook and a recent report Building Bridges, on the framing of human rights in the UK.

 

Literatur und Material zum Thema

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Articles

 

„Wonach streben wir? Universalismus oder eine neue Wertebalance in Politik und Gesellschaft?“

 Wir freuen uns auf eure Kommentare zur Diskussionsfrage aus dem Webinar (einfach auf "add new comment" klicken):

Das Ziel der Lernreise zur Großen Transformation ist es, Ansätze und Strategien für transformativen Wandel in zivilgesellschaftlichen Organisationen zu erproben. Diese sogenannten „Realexperimente“ gemeinsam zu entwickeln war das Thema unseres zweiten Workshops. Da passte es, dass der Termin auf drei sonnige Frühlingstage viel, und allein das Wetter bei der Gruppe bereits die Assoziation von Transformation und Inspiration auslöste. Das Seminarhaus Villa Fohrde an der Havel bot glücklicherweise genug Möglichkeiten unter freiem Himmel und begleitet von Vogelgezwitscher kreativ zu werden.

WS2 1Bis zu unserem Treffen hatten die Teilnehmenden über zwei Monate in ihren Organisationen Transformationshindernisse und –potentiale erkundet. Basierend auf diesen Erkenntnissen erstellte jede_r Teilnehmer_in zu Beginn des Workshops einen Steckbrief zu seinem/ihrem Realexperiment. Die darauf enthaltenen Punkte „Fragestellung“, „Kernherausforderung“ und „erste Ideen zur Umsetzung“ wurden während des Workshops ergänzt, vervollständigt oder wieder verworfen.

Als inhaltliche Inspiration für die (Weiter-)Entwicklung der Realexperimente wurden am zweiten Workshop-Tag die vom Smart CSOs Lab herausgearbeiteten Hebelpunkte für effektive Transformationsstrategien in zivilgesellschaftlichen Organisationen vorgestellt und in der Gruppe diskutiert. Die fünf Hebelpunkte (1) systemisches Bewusstsein und Handeln zu kultivieren, (2) den kulturellen Wandel positiv zu unterstützen, (3) die Keime bzw. Nischen des neuen Systems zu fördern, (4) die Bewegungsbildung zur Großen Transformation zu unterstützen, und (5) die Transformation der Geldgeber voranzutreiben, sind nicht als isoliert voneinander zu betrachten.

WS2 2Vor diesem Hintergrund wurden am letzten Tag die Fragestellungen für die Realexperimente noch einmal überarbeitet und konkretisiert. Intensiver Austausch in den Pausen und kollegiale Beratung in Intervisionsgruppen diente dazu, die Ideen kontinuierlich zu reflektieren und zu hinterfragen. Denn das Realexperiment soll nicht einfach ein weiteres Projekt werden, sondern eine grundsätzliche transformative Veränderung in die Organisation bringen.

In der Ausführung der Realexperimente stehen die Teilnehmenden der Lernreise sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Handlungsspielräumen gegenüber. Einige Teilnehmer_innen stoßen beim Thema Große Transformation intern auf Widerstand und Hindernisse. Ihre Kolleg_innen, aber auch sie selbst, sind zu stark im Alltagsgeschäft gefangen, als dass sie sich mit der Frage beschäftigen könnten, die eigene Arbeit einmal grundlegend zu überdenken. Hier wird die Herausforderung der Realexperimente sein, zunächst einmal ein Interesse bei den Mitarbeiter_innen zu wecken und eine Nische von Mitstreiter_innen für die Große Transformation in der eigenen Organisationen zu etablieren.

WS2 3Andere haben unterdessen vor, die Vision der Großen Transformation innerhalb der Organisation in die Breite zu tragen. Hierbei stellt sich die Herausforderung, dass projektfinanzierte Aktivitäten in der Regel nicht viel Spielraum für eine transformative Agenda lassen oder dass den Mitgliedern eher Einzelthemen am Herzen legen. Einen ersten Dialog zwischen verschiedenen Schnittstellen zu schaffen und die vielseitigen Interessensvertreter für das Thema Transformation zu sensibilisieren, wäre in diesem Kontext ein mögliches Realexperiment.

Weitere Ideen gibt es zu dem Thema, transformativen Wandel innerhalb der Organisation anzustoßen. Sich Räume zu schaffen, interne Arbeitsstrukturen, - inhalte und –abläufe kritisch zu reflektieren und zu fragen: In wie weit leben wir die Werte einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft in unserer Organisation überhaupt selbst vor? Und in wie weit kultivieren wir bereits systemisches Denken und Collaborative Leadership? Auch hier stellen Zeit- und Ressourcenaufwand, externe Zwänge und interner Widerstand die größten Hemmnisse dar. Im Gegensatz dazu haben Akteur_innen der teilnehmenden Grassroots Initiativen etwas mehr Spielraum und beispielsweise die Möglichkeit, eine anstehende organisatorische Neuausrichtung oder Gründung zum Anlass zu nehmen, diesen Prozess transformativ zu gestalten. Dort erweist sich dann eher die Größe der Aufgabe und die Fülle an Möglichkeiten als lähmend.

WS2 4Die Lernreise selbst als Realexperiment anzusehen – auch damit beschäftigten wir uns beim Workshop: Wie können wir in Workshop-Organisation und -Design unseren transformativen Ansprüchen  gerecht werden und aus alten output- und effizienz-orientierten Mustern ausbrechen anstatt sie zu reproduzieren? Für den zweiten Workshop versuchten wir diese Überlegungen in die Workshop-Gestaltung aufzunehmen, indem wir sowohl vor als auch während der Veranstaltung auf die Wünsche und das Feedback der Teilnehmer_innen eingingen, eine größtmögliche Flexibilität im zeitlichen Ablauf schafften und uns zwischendurch Zeit für Natur, Spiel, Muße und Feiern nahmen. Gemeinsam Tischtennis und Kicker zu spielen, eine Runde mit dem Kanu über den See zu rudern und abends am Feuer zu singen, trug ohne Zweifel zu einer stärkeren Verbundenheit zwischen der Gruppe und dem wunderbaren Seminarort bei. Bei der Wahl der Methoden, so wurde rückgemeldet, gibt es jedoch noch Luft nach oben. Eine genaue Auswertung, was wir von der Lernreise und den anderen Realexperimenten lernen und mitnehmen können, steht für den nächsten und letzten Workshop im September an. 

berlin lab 2Die Weltgemeinschaft steht vor immensen Herausforderungen: Klimawandel, Ressourcenknappheit, steigende Ungleichheit auf globaler und nationaler Ebene. Zivilgesellschaftliche Organisationen – von großen internationalen NGOs bis zu lokalen Graswurzel-Initiativen – setzen sich bereits seit Jahrzehnten für eine nachhaltige und gerechte Lösung dieser Probleme ein. Aber wenn man den Lauf der Dinge betrachtet, waren und sind ihre Anstrengungen nur begrenzt erfolgreich.

Woran könnte das liegen? Braucht es einen tiefergreifenden Ansatz mit der Vision einer ganzheitlichen gesellschaftlichen Transformation? Und welche Veränderungen würde dies für die Arbeitsweise zivilgesellschaftlicher Organisationen bedeuten? Sich diesen Fragen und Herausforderungen zu stellen – darum ging es auf der ersten Station der Lernreise zur Großen Transformation, einem dreitägigen Workshop im Schlüßhof Lychen in der brandenburgischen Uckermark.

Was läuft falsch?

Um der Wirksamkeitsproblematik zivilgesellschaftlicher Arbeit auf den Grund zu gehen, begannen wir den Workshop nach dem gegenseitigen Kennenlernen der 20 Mitreisenden mit der Frage „ Wie wird in unserer Organisation Erfolg definiert?“ Die Diskussion zeichnete einige Dilemmata ab, in denen sich zivilgesellschaftliche Organisationen befinden: Ziele wie beispielsweise Natur- und Artenschutz seien so groß, dass der Beitrag der Organisation zu deren Erreichung nur schwer oder gar nicht zu messen sei. Gleichzeitig müsse man zunächst berlin lab 1unwichtige, kurzfristige Ziele wie Sichtbarkeit und Spendenakquise verfolgen, um diese großenZiele zu erreichen. Die Gefahr dabei: die großen Ziele komplett aus den Augen zu verlieren und am Ende nur noch die Selbsterhaltung der Organisation als Erfolg anzusehen. Und überhaupt: „Eigentlich sind zivilgesellschaftliche Organisationen sowieso erst dann wirklich erfolgreich, wenn sie sich überflüssig gemacht haben und die Zivilgesellschaft sich selber trägt“, bemerkte eine Teilnehmerin.

Die „Transformationsgymnastik“ mit Timon, dem wissenschaftlichen Begleiter der Lernreise, gab weitere Aufschlüsse über die Lage der Zivilgesellschaft. Die Teilnehmenden wurden gebeten sich zu verschiedenen Aussagen, wie beispielsweise „Meine Organisation leistet einen starken Beitrag zur Großen Transformation“, zwischen zwei Extremen zu positionieren und so eine sogenannte Soziometrie zu bilden. Schnell wurde dabei die institutionelle Vielfalt unserer Teilnehmenden deutlich. Die Aktivist_innen aus kleinen, lokalen Initiativen wähnten sich aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Flexibilität und organisationsinternen Einflussnahme klar im Vorteil, wenn es darum geht, transformativen Wandel anzustoßen. In den Widersprüchen zwischen den öffentlich bekanntgegebenen Zielen ihrer Organisation und der alltäglichen Arbeit sehen sich jedoch alle Teilnehmenden gleichermaßen gefangen.

Das Kernproblem erkennen und angehen

An die Dilemmata der Zivilgesellschaft wurde am zweiten Workshop-Tag nach vegetarisch-veganem Frühstück mit Seeblick wieder angeknüpft. In einer Präsentation beleuchtete Micha, Gründer des internationalen Netzwerks Smart CSOs Lab, kritisch die Kampagnen großer internationaler Nichtregierungsorganisationen im Hinblick auf ihre Wirksamkeit, sozial-ökologische Krisen anzugehen, und warf dabei folgende Fragen in die Runde: Verdeckt die berlin lab 3sektorspezifische Arbeit der Zivilgesellschaft den Blick auf wichtige systemische Zusammenhänge? Sind Lösungsansätze zu sehr auf die Symptome statt auf die Ursachen der Probleme fokussiert? Inwieweit verstärken zivilgesellschaftliche Organisationen ungewollt materialistische und extrinsische Denkmuster? Und wie sähe eine ganzheitliche und radikale (an der Wurzel packende) Herangehensweise an die Probleme unserer Weltgemeinschaft und unseres Planeten aus?

Um dieser Antwort einen Schritt näher zu kommen, entwarfen wir in der nächsten Übung eine „Landkarte der Großen Transformation“. Diese sollte 1) das Kernproblem des gegenwärtigen Systems, das den Krisensymptomen zugrunde liegt, aufzeigen, und davon 2) mögliche effektive Ansatzpunkte zur Lösung des Kernproblems ableiten. In den Ergebnissen der Arbeitsgruppen zeichneten sich deutlich zwei, sich gegenseitig verstärkende, Seiten des Kernproblems ab: Zum einen die kulturellen Denkmuster der westlichen Gesellschaft – von einer Gruppe in der pointierten Aussage „Haben über Sein“ umschrieben. Zum anderen unsere institutionellen (wirtschaftlichen und politischen) Strukturen, die von Wachstumsfixierung und materiellem Wohlstandsverständnis charakterisiert sind. Als dritter, in der Gruppe kontrovers diskutierter Aspekt des Kernproblems, wurde die spirituelle Dimension genannt. Gemeint ist damit die verlorene Verbundenheit und demütige Haltung der Menschen gegenüber der lebenserhaltenden Natur.

Als Ansatzpunkte, die identifizierten Kernprobleme anzugehen, fielen die Begriffe Wertewandel durch Erziehung und Bildung, ein geändertes Wohlstandsverständnis, Dekonstruktion und Delegitimation des bestehenden Systems und die Verbreitung positiver Gegenentwürfe.

Auf zu neuen Ufern

Wie man diese neuen Ansätze konkret umsetzen kann und welche Veränderung das in den Strukturen und Abläufen zivilgesellschaftlicher Organisation bedeuten mag, wird der Schwerpunkt des nächsten Workshops sein. Bis dahin sollen die Teilnehmer_innen Transformationshemmnisse und ‑potentiale in ihrer Organisation erkunden und mögliche Ansatzpunkte, Themen und Fragestellungen für das im Rahmen der Lernreise anstehende Realexperiment identifizieren.

berlin lab 4Um hierauf vorzubereiten und den Blick auf die eigene Organisation zu schärfen, widmeten wir den letzten Tag des Workshops der Veränderung auf Organisationsebene. Angeleitet von Jonas Gebauer führte die Gruppe einige Übungen zur systemischen Organisationsentwicklung durch. Ihre Organisation durch die Brille einer Maschine, eines Organismus oder eines politischen Systems zu betrachten, half den Teilnehmenden dabei, bestehende Probleme und Potentiale aus verschiedenen Blickwinkeln zu reflektieren. Außerdem gab es ein paar interessante Gedankenanstöße dazu, wie wir in Transformationsprozessen die Energie des Widerstands nutzen und „das Gute am Alten“ schätzen können.

Insgesamt waren es drei inspirierende, aber auch aufwühlende Tage, die bei den Teilnehmenden sowohl Irritation und Hoffnungslosigkeit angesichts der Komplexität der Herausforderung, als auch eine gewisse Gelassenheit in der Unsicherheit und Neugierde auf die Neugestaltung ausgelöst haben. Die Reaktionen zeigen: Die Große Transformation hat nicht zuletzt auch etwas mit einer persönlichen Transformation zu tun. Wenn wir anerkennen, dass wir selbst Teil des Systems sind, muss es zuerst darum gehen, Aufrichtigkeit gegenüber uns selbst zu üben, selbstkritisch und selbstreflexiv unsere eigenen Handlungen und Verhaltensweisen – als Individuen, als Organisationen, als Gesellschaft – zu hinterfragen.

Deshalb haben wir auch beim Workshop versucht, genug Zeit und Raum für persönliche Reflexion zu erlauben. Dennoch waren wir an einen Zeitplan und eine gewisse inhaltliche Struktur gebunden, was den ein oder anderen Teilnehmenden unter Druck gesetzt hat und die Frage aufwarf, inwieweit auch das Team in der Gestaltung der Lernreise noch in alten, effizienzorientierten Handlungsmustern verhaftet ist. Auch die Lernreise selbst ist schlussendlich ein Experiment, wie wir einen Raum erschaffen können, in dem transformatives Denken und Gestalten gedeihen kann und dabei möglicherweise eine neue Form des miteinander arbeiten, miteinander umgehen und voneinander lernen entsteht.

Blog1Am 9. Februar startet die Lernreise zur Großen Transformation: Gemeinsam mit mit 20 Aktivist_innen des Wandels wollen wir uns austauschen und mit Hilfe von Realexperimenten testen, wie zivilgesellschaftliche Organisationen transformativen Wandel hin zu einer solidarischen und nachhaltigen Gesellschaft voranbringen können.

Eine bunte Truppe macht sich auf den Weg. Menschen aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Bereichen: aus diversen Umweltverbänden und Organisationen der entwicklungspolitischen Bildungs- und Lobbyarbeit, aus Wissenschaft und aus lokalen Initiativen, die alternative Modelle des Lebens, Wohnens und Wirtschaftens ausprobieren. Einige Mitreisende haben bereits erste Ideen, wo und wie sie in ihren Organisationen transformativen Wandel anstoßen wollen, andere möchten genau dies während der Lernreise herausfinden.

Die erste Station unserer Reise liegt inmitten der besinnlichen Seenlandschaft nördlich von Berlin. Dort wollen wir drei Tage lang unser gemeinsames Verständnis von Transformation schärfen, die Situation der Zivilgesellschaft analysieren und erste Impulse zur Reflexion – auf persönlicher, Organisations- und gesellschaftlicher Ebene – geben. Wir freuen uns darauf, in den nächsten Monaten gemeinsam nachzudenken, unseren Visionen nachzuspüren, uns selbst in Frage zu stellen und Strategien auszutüfteln und auszuprobieren, um in unserem jeweiligen Umfeld etwas zu bewegen!

Um dabei gewonnene Erkenntnisse über Strategien zur Verankerung von Transformation in zivilgesellschaftlichen Organisationen festzuhalten, wird die gesamte Lernreise vom Wuppertal Institut wissenschaftlich begleitet. Und auch an dieser Stelle werden wir in Zukunft regelmäßig über die Entwicklungen des Gruppenprozesses berichten. Mit unserem Blog möchten wir die Fragestellungen und Diskussionen, die im Rahmen des Berlin Smart CSOs Lab stattfinden, auch für andere Interessierte öffnen – eure Anmerkungen und Kommentare sind daher herzlich willkommen! Als kleine Anregung in diesem Sinne hier ein inspirierender Aufruf für mehr Mut zur Debatte über die grundlegenden ethischen Fragen unserer Gesellschaft vom US-Amerikanischen politischen Philosophen Michael Sandel: